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Abschrift aus Schwabmünchner
Allgemeine. Verfasser: Elmar Pfandzelter
Schwabegg war schon den Römern bekannt.
Anfang der 80er Jahre Töpferöfen entdeckt - Grafschaft hatte
mehrere Besitzer
Angelehnt an die steil aufsteigende Wertachleite liegt
Schwabegg, deutlich in drei Zeilen - Tal, halbe Höhe und oben auf
der Höhe - hingebaut. Grabhügel, die dort festgestellt
wurden, Erdbefestigungen auf der Burghalde südlich des Ortes, die
Viereckschanze im Buschelgraben, sie lassen auf vor- und
frühgeschichtliche Besiedelung schließen.
Etwa 60 Meter über der Talsohle, auf dem sogenannten
"Weinberg", weiß man den "Burgstall Schwabegg". Hier stand einst
die Burg der Herren von Schwabeck, nach der früheren
Schreibweise. Sie hatten die Vogtei über die Hochkirche Augsburg
vom Bischof erblich übertragen bekommen. Der "Weinberg" aber läßt
darauf schließen, daß zur Zeit der Römer dort Wein angebaut
wurde. Sicher war es ein sehr trockener Rebensaft. Unten auf der
Talsohle wurden anfangs der 80er Jahre römische Töpferöfen
gefunden; einer von ihnen ist im Museum Schwabmünchen zu
sehen.
Froschschenkel verkauft
Von Schwabegg gingen früher Impulse aus, die für unsere Gegend
von Bedeutung waren. Wernher III. von Schwabeck stiftete 1125 das
Prämonstratenserkloster Ursberg. 1168 wurden die Hohenstaufer
Inhaber der Grafschaft Schwabeck und blieben bis 1268. Konradin,
der letzte Hohenstaufer, verpfändete auf seiner Italien-Fahrt an
seinen Oheim Ludwig den Strengen die Grafschaft. 1372 wurde die
Burg von den Augsburgern zerstört. In der Folgezeit kam die
Grafschaft in vielerlei Hände. Ab 1714 bis 1806 verblieb sie im
Besitz der Kurfürsten von Bayern. Erst 1806 erlosch der Name
"Grafschaft Schwabegg".
Bis ins 19. Jahrhundert mußten die Schwabegger, denen nur
wenig Grund zur Verfügung stand sich durch Stricken den
Lebensunterhalt verbessern. Später, bis weit in unser Jahrhundert
hinein, verdienten sie ihr Zubrot durch das Anbieten von
Froschschenkeln, damals eine Delikatesse. Daher auch der Name
"Froscher". Diese Froschschenkel wurden jeweils zu einem Dutzend
auf einem Weidenzweig aufgereiht, und so auf dem Augsburger Markt
und in Schwabmünchen verkauft.
Bis 1667 war Schwabegg eine eigene Pfarrei, wurde dann zur
Filiale von Konradshofen abgestuft. Erst spät, 1843, wurde der
Ort Kuratie. Das Kirchlein stand damals mitten im heutigen
Friedhof, 1874 wurde die jetzige stattliche Kirche im
neugotischen Stil erbaut. Seit 1947 ist Schwabegg wieder eine
selbständige Pfarrei. Im Zuge der Gebietsreform wurde der Ort
1978 in die Stadt Schwabmünchen eingemeindet. Durch eine weitere
Reform war mittlerweile auch die Schule stillgelegt.
Trotz der Zusammenlegung hat der Ort, nicht zuletzt dank
seines gesunden Vereinslebens, ein gewisses Eigenleben
behalten. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Kalvarienberg
oberhalb der Kirche, auf dem man, abgesehen von der Möglichkeit
einer tiefgründigen Meditation, einen herrlichen Weitblick auf
die Alpenkette und das Lechfeld, im Vordergrund das Wertachtal,
genießen kann.
1967 wurde der Gemeinde das Wappen verliehen. Das Schild zeigt
den Staufenadler, erinnernd an die einstige Herrschaft der
Staufer. Die engen Beziehungen zum Hochstift Augsburg drückt sich
in den Farben Rot und Silber (weiß) aus.
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